Was ist Mantrailing?

Der englische Begriff „Mantrailing“ setzt sich zusammen aus den Wörtern „man“ (Mensch) und „trailing“ (verfolgend). In Verbindung mit einem Hund bedeutet es die „Personensuche mit Spürhund“. Im Mantrailing verfolgt der Hund selbstständig, ohne der Anleitung eines Hundeführers, den Individualgeruch eines bestimmten Menschen mit dem Ziel, diesen aufzuspüren. Der Suchhund läuft an einer langen Hundeleine und folgt dem hinterlassenen Individualgeruch der betreffenden Person. Der jeweilige Individualgeruch wird dem Hund durch einen Geruchsträger vermittelt, wie z. B. ein Kleidungsstück, ein Tuch, ein Handy oder ein anderer Gegenstand, der mit dem Geruch der Person behaftet ist. Suchhunde identifizieren den Geruch und können so der Geruchsspur folgen.

Jeder Mensch, mit Ausnahme eineiiger Mehrlinge (Zwillinge, Drillinge), besitzt einen genetisch individuellen einzigartigen Körpergeruch. Dieser setzt sich unter anderem aus Proteinkomplexen (MHC-Komplex), Hormonen, körpereigenen Fetten, Schweiß und Körpergerüchen durch eventuell vorhandene Krankheiten (z. B. Acetongeruch bei Diabetes) zusammen. Auch chemische Düfte durch äußere Einflüsse, wie z. B. Parfüm fließen in die Geruchskomposition einer Person ein.

Im Training lernt der Suchhund, dem Individualgeruch eines bestimmten Menschen aus einer Vielzahl von Umweltgerüchen (Verleitungsgerüche) zu isolieren, die Geruchsspur (Trail) aufzunehmen und dieser nachzugehen, bis er die betreffende Person gefunden hat. Die feine Hundenase kann zusammen mit dem Geruchssinn und dem informationsverarbeitenden Riechhirn nicht nur die einzelnen Geruchspartikel wahrnehmen, sondern auch räumlich riechen sowie olfaktorisch zwischen links und rechts unterscheiden. So können Hunde der Richtung einer Geruchsspur genau folgen. Diese Fähigkeit des Hundes ist unabhängig von Rasse, Alter, Größe oder einem Handicap.

Positive Auswirkungen des Trailens auf den Hund

Das Mantrailen hat auf jeden Hund viele positive Auswirkungen, zu denen die Auslastung, die Motivation, der Spaß, die Steigerung des Selbstbewusstseins und auch die Förderung der Fitness und Fähigkeiten gehören. Bestimmte Hunde profitieren sogar ganz speziell vom Trailen als Personen- und / oder Tiersuchhunde.

* Trailen bei jagdlich ambitionierten Hunden

Jagdhunde und jagdlich sehr ambitionierte Hunde kommen beim Trailen voll und ganz auf ihre Kosten. Diese Suchhunde finden hier die optimale Auslastung und Möglichkeit zur Entfaltung seiner Geruchsfähigkeit. Der Hund kann mit seinem Besitzer auf die abenteuerliche Jagd und entdeckungsreiche Suche gehen, sich ganz in seinem Element fühlen und seine natürlichen Jagdtriebe wunderbar ausleben. Das Trailen stellt quasi ein kontrolliertes Jagen dar, das dieser Art von Hunden besonders Freude bereitet. Dabei lernt der jagende Suchhunde zudem sehr viel, wie beispielsweise Wildgerüche und ablenkende Düfte auszusortieren sowie diese zu ignorieren und konzentriert weiterzuarbeiten.

* Trailen bei unsicheren, ängstlichen Hunden

Für Hunde, die von einer starken Unsicherheit, generellen Ängstlichkeit und von einem zu geringen Selbstvertrauen betroffen sind, ist das Mantrailing eine ideale Lösung. Bei der Suche nach Personen erfahren unsichere Hunde viel über ihre vorhandenen Fähigkeiten, ihre Stärken und ihr Leistungsvermögen. Die Hunde lösen eigenständig Aufgaben, erleben den Erfolg ihrer Leistung und erhalten Anerkennung, Lob und Belohnungen von ihrer Bezugsperson. Der Hund spürt, dass er etwas Besonderes und Großartiges geleistet hat. Auch die Zusammenarbeit, das gemeinsam Erlebte und das gegenseitige Vertrauen baut die Unsicherheit und Ängstlichkeit bei dem Hund ab. Das Training wird bei uns stets so aufgebaut, dass der Hund immer dazu fähig ist, den Trail erfolgreich zu beenden und das Ziel zu finden. Mit jedem Erfolg der Personensuche werden das Selbstbewusstsein, das Selbstvertrauen sowie der Mut des Hundes mehr und mehr gestärkt.